benefiziarier
Ausgrabungsstätte der Benefiziarstation in Obernburg

Die Funde der Benefiziarstation in Obernburg

Im Juli 2000 wurde in Obernburg südlich des Oberen Tores bei Grabungsarbeiten für einen Neubau (heute Torhaus) die dem Kastell zugehörige Benefiziarierstation in weiten Bereichen aufgedeckt.

Benefiziarier sind römische Beamte, zumeist ehemalige und verdiente Legionäre, die in einem regional begrenzten Abschnitt am Limes für vielfältige Aufgaben im Polizei- und Zollwesen zuständig waren.

Der ausgegrabene Bereich der Station umfasst etwa 800qm Grundfläche und enthält steinerne Amts-, Wohn- und Wirtschaftsgebäude, die nach mediterranem Schema um einen gepflasterten, mit Säulen umfassten Brunnenhof gruppiert waren.

Im Weihebezirk der Station, für den jeder Benefiziarier nach Ablauf seiner halbjährigen Dienstzeit einen Altar stiftete, fanden sich Spuren von 70 aufgestellten Altären, wovon 30 erhalten sind. Die übrigen der etwa 160 ursprünglichen Steine dienten im Mittelalter als Baumaterial.

Zudem weist die Station zahlreiche wertvolle Einzelfunde von Schreibgriffel bis hin zu einer rituell begrabenen Merkurstatuette auf. In ihrem Umfang, im Reichtum der Funde und der besonderen Erhaltung ist die Station einmalig im römischen Weltreich.

Die Funde lagern zur Zeit in der Archäologischen Staatssammlung München, wo sie restauriert werden.

Weiterführende Literatur im Internet zum Fund der Benefiziarierstation:

„Überraschung unter dem Lehm“ –

Erster Ergebnisbericht des Grabungsleiters Dr. Bernd Steidl, Archäologische Staatssammlung München
http://www.archaeologie-bayern.de/mitt/mitt097.htm

„Böse scheint er nicht zu sein“ –

Die mühevolle Restaurierung des Obernburger Merkur durch Stefan Gussmann
http://www.archaeologie-bayern.de/start.html
(Rubriken“Abteilungen“ / „Restaurierung“ anklicken)